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Wird Michael Groß neuer Leistungssportdirektor beim DSV?

Sicherlich eine gute Option...

von Ulrich Link

Trainer, Vorsitzender von SFD Schwimmsport Fulda e.V. und Inhaber des LFD Swim-Team

ulrich@lfd-swim-team.com


Michael Groß (Albatros) / Bild: LFD
Michael Groß (Albatros) / Bild: LFD

Kassel – Es geht wieder mal rund beim Deutschen Schwimmverband. Nach dem nur einen Tag später der berufene Nachfolger von Thomas Kurschilgen, Dirk Klingenberg wieder abberufen wurde, schlagen die Wellen beim Deutschen Schwimmverband wieder hoch...

 

Im Februar hatte sich der Verband im Nachgang zu Vorwürfen sexueller Gewalt gegen den mittlerweile zurückgetretenen Freiwasser-Bundestrainer Stefan L. von Sportdirektor Thomas Kurschilgen getrennt. Die Interimslösung des Verbandes durch Dirk Klingenberg löste sich nur einen Tag später wieder in Luft auf, nachdem der DSV von einem Sponsoring Klingenbergs durch ein Bordell erfahren haben will.

 

Ein Name den jeder kennt und der weit über die Schwimmwelt hinaus bekannt ist: Michael Groß, der dreimalige Olympiasieger, der „Albatros“ – tritt er 30 Jahre nach seinem letzten Wettkampf wieder für den den Deutschen Schwimm-Verband diesmal als Sportdirektor an?


Dass diese Möglichkeit eventuell bestand haben könnte, oder vielleicht noch besteht, geht aus einem Schreiben von Schwimm-Bundestrainern und einer Athletenvertreterin vom 5. April hervor, so berichtete zu mindestens die FAZ am Wochenende.

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Groß würde viel Erfahrung mitbringen...

Er war der zweiterfolgreichste deutsche Schwimmsportler. Er startete für den EOSC Offenbach. Aufgrund seiner großen Arm-Spannweite von 2,13m bei einer Körpergröße von 2,01m war sein Spitzname Albatros, den er 1983 von einem französischen Reporter der Sporttageszeitung L’Équipe bekommen hatte. Der Sportreporter Jörg Wontorra brachte 1984 bei den Olympischen Spielen zusätzlich den Satz: „Flieg, Albatros, flieg“ ins Gespräch. Dieser Ausspruch wurde 2019 sogar in einer Briefmarke der Deutschen Post "verewigt".


Groß gewann insgesamt drei Mal Gold bei Olympischen Spielen, wurde fünf Mal Weltmeister und dreizehn Mal Europameister (siebenmal als Einzelschwimmer, sechsmal mit verschiedenen Staffeln). Er stellte zwölf Weltrekorde und 24 Europarekorde auf. Groß würde nicht nur viel sportliche Erfahrung mitbringen, er ist darüber hinaus als selbständiger Unternehmensberater für seine Managerqualitäten bekannt. Immerhin war Groß auch nach seiner Schwimmkarriere im Sport aktiv, gehörte von 2001 bis 2005 dem Vorstand der Stiftung Deutsche Sporthilfe und dem Präsidium des Nationalen Olympischen Komitees für Deutschland an. Außerdem leitete er den Wirtschaftsrat der Sporthilfe.


Allerdings hätte er auf Nachfrage zu erkennen gegeben, dass er wohl kein Interesse hätte. Jedenfalls dementierte Groß, den Wunsch der Bundestrainer und der Athletensprecherin bis zum Ende der Sommerspiele in Tokio die Geschicke im Leistungssport im DSV steuern zu wollen. Michael Groß wäre eine Chance für den Verband, die Wogen schnell zu glätten, die sich weiter auftürmen.


Einige Landesverbände kritisieren mittlerweile das DSV Präsidium. Sie beklagen eine unzureichende Kommunikation und werfen dem DSV-Präsidenten Marco Troll Managementfehler vor. Offen bleibt auch, welche wirtschaftlichen Folgen sich aus den jüngsten Aktionen ergeben und wer, wenn es zum Äußersten kommt, dafür haftet. Die Abberufung und Trennung von Kurschilgen, die falls sie vor einem Arbeitsgericht keinen Bestand hätte, den Deutschen Schwimmverband teuer zu stehen kommen könnte. Enorme Ausgaben, die die Einnahmeverluste wegen der Pandemie weiter in die Höhe schrauben dürften.


Vielleicht sollte der Deutsche Schwimmverband einmal von sich aus auf Michael Groß zugehen um die Möglichkeiten auszuloten. Eines steht fest ein Sportdirektor mit Managerqualitäten, der selbst insgesamt drei Mal Gold bei Olympischen Spielen gewann, fünf mal Weltmeister und dreizehn mal Europameister war, wäre mehr als nur eine Interimslösung, ja eher eine Bereicherung für den angeschlagen DSV, der schnell schnell wieder in ruhiges Fahrwasser kommen muss...


www.swim-hessen.de (Ulrich Link)