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Marco Troll ist der 21. Präsident des DSV

Mitgliederversammlung am 21. November 2020

von Ulrich Link

Trainer, Vorsitzender von SFD Schwimmsport Fulda e.V. und Inhaber des LFD Swim-Team

ulrich@lfd-swim-team.com



Kassel - Marco Troll aus Freiburg ist der 21. Präsident des Deutschen Schwimm-Verbandes. Der 58-jährige wurde von den Delegierten der 18 Landesverbände gewählt...


Troll übernimmt ein Amt, das zuletzt zwei Jahre lang unbesetzt war. Zuvor standen Gabi Dörries (2016-2018) und die aus Wiesbaden stammende Christa Thiel (2000-2016) an der Spitze des DSV. Sie waren nach 18 Männern die ersten beiden Frauen an der Spitze des Verbandes. Geführt wurde der Verband von den bisherigen Vizepräsidenten Uwe Brinkmann, Wolfgang Hein und Kai Morgenroth. Alle drei stellten sich nun nicht erneut zur Wahl. Zum Vorstand gehört weiterhin Sportdirektor Thomas Kurschilgen als besonderer Vertreter gemäß § 30 BGB.


Ebenfalls neu im Vorstand sind Harald Walter (58) und Wolfgang Rupieper (73), die Präsidenten der Schwimmverbände Bayerns und Brandenburgs. Mit der Finanzexpertin Claudia Boßmann (63) verfügt der Verband nun auch über eine ausgewiesene Finanzexpertin aus Nordrhein-Westfalen. Marco Troll will den Breiten- und Freizeitsport, der rund 580 000 Mitglieder des DSV stärken. Troll war der einzige Kandidat, er erhielt bei der Mitgliederversammlung die Corona geschuldet online stattfinden musste, rund 76 Prozent der Stimmen. Troll selbst bezeichnet sich als Teamplayer, ist Präsident des Badischen Schwimmverbandes. Er sieht sich als Partner der Landesverbände und will das Leitbild des Deutschen Schwimm-Verbandes umsetzen und fortschreiben. Neben dem Spitzensport hat sich die neue Führung auch und insbesondere der Förderung des Breiten- und Freizeitsports im Rahmen der Sportentwicklung verschrieben. Geplant ist eine bundesweite Schwimmausbildungsoffensive sowie die Entwicklung neuer Wettkampfformen, außerdem soll die Aus- und Fortbildung der Trainer*innen weiter verbessert werden.

 

Das der DSV sich nun in die Schwimmausbildung einmischen will wird eher kritisch gesehen. Ob allerdings diese neuen Baustellen, wie die Stärkung des Breiten- und Freizeitsports, eine Schwimmausbildungsoffensive beim derzeitig schwächelnden Spitzensport umgesetzt werden kann bleibt abzuwarten. Viele Aktive sehen die Aufgaben eines Dachverbandes des Schwimmsportes eher im Leistungs- und Spitzensport. Die Basisarbeit sollte weiterhin in den Vereinen auf Landes- und Bezirksebene verbleiben.


Der Deutsche Schwimmverband hat nun wieder einen aktiven ins Amt gewählten Vorstand. Viel neues hat sich das gewählte Präsidium auf die Fahnen geschrieben. Große Aufgaben kommen auf den DSV zu, der nie Arm war an Intrigen und internen Streitereien. Eines ist klar: In der derzeitigen Corona-Krise muss der Dampfer DSV wieder zum Fahren kommen, diese Chance muss man dem neuen Präsidium geben. Kurswechsel dauern bei Dampfern in der Regel länger, hierzu hat die neue Verbandsspitze nun zwei Jahre bis 2022 Zeit, danach gilt wieder der bewährte Vier-Jahres-Rhythmus.


www.swim-hessen.de (Ulrich Link)