Das Schwimmbad Dalherda

Es gilt als Schmuckstück unter Hessens Freibädern

Foto: Swimsportnews-Hessen
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Ein Dorf, ein Verein, ein Freibad und viele Helfer - Ehrenamt sichert Überleben

Es gilt als Schmuckstück unter Hessens Freibädern und ist schon lange mehr als ein Geheimtipp...

Das Schwimmbad in Dalherda (Rhön) ist nicht nur das höchstgelegene Freibad Hessens, es verbreitet ganz viel Charme, weil es in viel Eigeninitiative vom „Verein zur Förderung des Schwimmbades Dalherda e.V.“ betrieben wird. Einst wurde das Bad 1938 von Pionieren der Wehrmacht zur Wehrertüchtigung der Soldaten und als Feuerlöschteich für die brandgefährdeten Fachwerkgebäude im Dorf gebaut. Die Abmessungen des Schwimmbeckens betrugen damals 33 auf 12,5 Meter. Das Wasser war damals weder beheizt noch chemisch aufbereitet. Die wehrtüchtigen Soldaten durften sich das Schwimmbecken mit Fröschen und Molchen teilen. Eine Attraktion war damals aber die Drei-Meter-Sprunganlage.

Im Jahre 1965 wurde das inzwischen in die Jahre gekommene und sanierungsbedürftige Schwimmbad umgebaut. Das Schwimmbecken wurde auf 25 m Länge verkürzt, eine Umwälzanlage mit Wasserfilter installiert sowie eine Chlorungsanlage zur Wasserdesinfektion eingebaut. Die Sprunganlage musste wegen zu geringer Wassertiefe abgebaut werden. 1966 folgte der Bau des Sanitärgebäudes mit den Umkleidekabinen, Toiletten und dem Schwimmmeisterraum. Die Gesamtkosten für die Umbaumaßnahme betrugen damals 240.000 Mark.

Weitere Modernisierungsmaßnahmen im Freibad Dalherda folgten Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre durch die Installation von zwei Warmwasserduschen im Umkleidegebäude.

 

Freibad sollte geschlossen werden

 

Durch die schon damals angespannte Haushaltslage der Stadt Gersfeld/Rhön drohte die Schließung, dem schnuckeligen Schwimmbad drohte das „Aus“. Das wollten die Dalherdaer Bürger jedoch nicht einfach so hinnehmen. Im Mai 1995 wurde der „Verein zur Förderung des Schwimmbades Dalherda e.V.“ mit dem Ziel, das Schwimmbad langfristig zu erhalten, seine Attraktivität zu steigern und die Betriebskosten zu senken, gegründet. Heute wird der Verein geführt vom 1. Vorsitzender Ingo Sommers, 2. Vorsitzender Michael Wittke, 3. Vorsitzende Lena Heil, Schriftführerin Magdalena Bachmann und vom Schatzmeister Guido Patz.

Aus anfänglich durchgeführten Verschönerungsarbeiten folgte ab 2010 die vollständige Führung und Betreibung des öffentlichen Freibades durch den Verein. Heute kommen 10.000 Badegäste während der Badesaison, es werden etwa 100 Saisonkarten verkauft.

Trotz des großen ehrenamtlichen Engagements des Vereins ist der Badebetrieb nicht kostendeckend möglich. Für die Stadt Gersfeld, als Eigentümer des Bades, entsteht jährlich mindestens ein Zuschussbedarf von 15.000 Euro. Dieser Betrag ist nur deshalb so niedrig, weil das Wasser des Schwimmbeckens durch eine Solaranlage aufgeheizt wird und das Frischwasser von einer eigenen Quelle kommt. "Würde man heute noch Heizöl zur Wassererwärmung verwenden und der Verein müsste das Frischwasser durch die Stadt Gersfeld beziehen wäre ein Betrieb unmöglich", sagt Ingo Sommers, der Vorsitzende des Vereins.

 

Unterstützt wird der Verein auch durch Kuchenspenden, Flohmärkte, Tombola, Suppenfeste, Verkauf von gespendeten Büchern, Kindergeburtstage im Bad und es gibt ein jährliches Schwimmbadfest, um nur einen kleinen Teil der Aktivitäten des Vereins zu nennen. Zudem werden in Kooperation mit Schulen jährlich Seepferdchenprüfungen abgenommen.

Auch die berühmten „Drei Damen vom Grill“ scheinen aus Dalherda zu kommen. Lena Heil, Nadine Heil und Rosa Rifel sorgen für das leibliche Wohl. Für die Sicherheit am Schwimmbecken sind die ausgebildeten Rettungsschwimmer Tobias Meiß, Manuel Girlach, Theresa Schneider, Werner Rimmel, Michael Wittke, Lara Baumbach und andere zuständig.

 

Große und kleine Fische als Sponsoren

 

Unterstützer, Förderer und Gönner des Vereins, können Spenden zwischen 50 und 500 Euro leisten. Sponsoren werden auf Fischen am Hauptgebäude präsentiert. Je größer der Fisch desto größer die Spende. Große Fische werden in den nächsten zwei Jahren viele benötigt, wenn eine Beckenkopfsanierung umgesetzt werden soll, die mit 100.000 Euro zu Buche schlägt. 60.000 Euro wird der Verein als Eigenleistung einbringen und 15.000 Euro sollen von der Vereinskasse beigesteuert werden.

Zum diesjährigen Saisonende findet am Samstag, den 27. August, das diesjährige Abschwimmen mit Kostümschwimmen und Münztauchen statt. Ende des Jahres endet der mit der Stadt Gersfeld abgeschlossene Betreibervertrag. Dann muss mit dem Eigentümer neu verhandelt werden. Aber der Förderverein des Dalherdaer Schwimmbades blickt positiv in die Zukunft. Das Konzept, die Aktivitäten, viele helfende Hände und tolle Ideen machen es möglich, sagte Sommers.

 


www.swimsportnews-hessen.de (Ulrich Link)+++